Dr. Stefan Lang am 18. Januar 2022
Got it? Den Ergebnisteil fürs Paper schreiben
Die Results-Section ist der Dreh- und Angelpunkt Ihres Originalartikels. Hier zeigst du der Scientific Community, wie du deine Fragestellung Schritt für Schritt beantwortet hast – und wie „gut“ deine Experimente waren. Wenn du den Ergebnisteil für dein Paper schreiben möchtest, solltes du diese Tipps beachten.
Innerhalb der IMRAD-Struktur eines wissenschaftlichen Originalartikels (Introduction, Methods, Results, AND Discussion), nehmen die Results eine zentrale Stellung ein. Hier zeigst du, was du in Labor oder Klniik getan hast und wie gut du dabei warst – Verständlichkeit ist da oberstes Gebot.
Damit dein Ergebnisteil also kein Sammelsurium von Einzelwerten und zusammenhangslosen Daten ist, solltest du die folgenden drei Schreib-Tipps berücksichtigen:

Der didaktische Aufbau des Ergebnisteils
Der Leser und die Leserin eines Originalartikels wollen keine Einzeldetails ohne Zusammenhang. Sie wollen eine wissenschaftliche Story lesen.
Für den Ergebnisteil im Paper heißt das: Du solltest beim Schreiben unbedingt darauf achten, dass sich ein roter Faden durch den Ergebnisteil zieht. Dafür gibt es die folgenden Möglichkeiten:
- wissenschaftlich-chronologisch: Ein Experiment führte zum nächsten. Am Ende wurde die Forschungsfrage beantwortet oder ein Problem gelöst.
- ansteigende Bedeutung: Erst die Etablierungs- und Optimierungsversuche (z.B. für eine neue Methode) und anschließend das große Experiment, das zu neuen Erkenntnissen geführt hat.
- absteigende Bedeutung: Erst das große ‚data-generating‘ Experiment (z.B. ein gene-profiling-experiment) und dann einzelne Bestätigungsexperimente.
Verständliche Paper-Struktur: Absätze im Ergebnisteil schreiben
Im Prinzip sollte ein Experiment in einem Absatz dargestellt werden. Ausnahmen gibt es eigentlich nur bei extrem komplizierten Versuchsaufbauten oder Studiendesigns. Was gehört aber zu einem Experiment?
Für jedes Experiment sollte es zunächst einen Grund geben: Fragestellung, Zielsetzung. Dann sollte man dem Leser verraten, wie man vorhatte, die Frage zu beantworten bzw. das Ziel zu erreichen (experimenteller Ansatz [aber nicht die Methodik im Detail!]). Erst dann folgen die eigentlichen Versuchsergebnisse, also die Daten, und am Ende die Schlussfolgerung.
Der Prototyp eines Absatzes aus dem Ergebnisteil, seine ‚innere Struktur‘ sieht also so aus:

Wichtig ist, nicht nur die Fragestellung oder Zielsetzung zu Beginn des Absatzes zu nennen, sondern am Ende auch zu verraten, was die Daten bedeuten.
Formuliere also am Ende des Absatzes eine knackige Schlussfolgerung bzw. eine Antwort auf die Frage. Das hilft dann auch, gut zum nächsten Absatz bzw. zum nächsten Experiment überzuleiten.
Die Daten in der Mitte des Absatzes sollten übrigens immer sinnvoll angeordnet sein. Nur so bekommst du einen kompakten und in sich stimmigen Absatz.
Klare Sprache im Paper: Ergebnisteil
Wissenschaftliche Experimente sind kompliziert. Umso klarer muss daher die Wissenschaftssprache sein – besonders im Ergebnisteil.
Achte besonders auf die Satzanfänge. Denn hier kannst du Leser und Leserin eindeutig sagen, in welchem Zusammenhang Sätze zueinander stehen.
Im Ergebnisteil kann man zum Beispiel am Satzanfang klarstellen, wann bzw. bei welcher Dosis bestimmte Daten gemessen wurden:
After 2 h, XY-levels decreased to 67.1± 2.9 µM. After 6 h, XY-levels recovered to 98.3 ± 0.2 µM.
At 60 mM, blood pressure increased by 10.3 ± 1.2 mm Hg. At 80 mM, blood pressure increased by 25.5 ± 1.1 mm Hg.
Schreibe außerdem möglichst kurze Sätze, denn unverständliche Satzmonster können die gesamte Überzeugungskraft des Ergebnisteils zunichtemachen:
- bis 25 Wörter: kein Problem
- bis 35 Wörter: in Ordnung bei einfachen Sätzen (keine Schachtelsätze)
- bis 45 Wörter: grenzwertig (bei Aufzählungen evtl. ok)
- ab 45 Wörter: zu lang, meist unverständlich
Drei Schreib-Tipps
Ein sinnvoller Aufbau, gut strukturierte Absätze und verständliche Sätze – das sind die Voraussetzungen für einen guten Ergebnisteil.
Dr. Stefan Lang
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