Dr. Stefan Lang am 22. Juni 2016

Wunderbares ‘respectively’ im Scientific Writing


Kategorie Scientific English

Sicher sind Sie in einem Originalartikel schoneinmal auf ein am Satzende angehängtes ‘respectively’ gestoßen. Im Wissenschaftsenglisch ist dieses ‚respectively‘ eine wunderbare Möglichkeit, um zwei Patienten oder Versuchsgruppen mit den dazugehörigen Messergebnissen zu verbinden – und das in einem einzigen kurzen Satz.

Patienten und Werte verknüpfen…

… durch respectively

Angenommen, für ein Paper wurden die Blutproben von zwei Patienten untersucht. Durch das ‚respectively‘ am Satzende ist es eindeutig: Patient A hatte 15 ng/ml. Patient B hatte 21 ng/ml. Wunderbar, denn kürzer kann man es kaum ausdrücken.

  • The mean xy blood concentration in patient A and patient B was 15 and 21 ng/ml, respectively.

… ohne respectively

Dieses ‚respectively‘ am Satzende hätte bei sehr langen Sätzen den Nachteil, dass man den Satz unter Umständen ein zweites Mal lesen, um sich die richtige Patient-Wert-Zuorndung noch einmal vor Augen zu führen. Gerade aber bei Vergleichen sollte man eine andere Formulierung wählen:

  • The mean xy plasma concentration was lower in patient A (15 ng/ml) than in patient B (21 ng/ml).

Respectively heisst im Scientific Writing nicht „bzw.“

Eine Warnung zum Schluss: ‘Respectively’ wird in einem Paper nur für den eben beschriebenen Sachverhalt eingesetzt, also etwa für die Zuorndung Patient-Messergebnis.

In keinem Fall ist es eine angemessene Übersetzung für unser deutsches „beziehungsweise“, auch wenn online-Wörterbücher etwas anderes sagen.

Die Umfrage fand 2001 bzw. 2005 statt.

The survey took place in 2001 and 2005, respectively

Das wäre schlichtweg falsch. Es heißt einfach:

  • The survey took place in 2001 and 2005.

… Lust auf weitere Small Words des Scientific English?