Dr. Stefan Lang am 07. Mai 2022
Doktorarbeit Medizin: Aufbau und Gliederung
Kategorie Schreib- und Publikationsprozess
In diesem Beitrag (inkl. Erklärvideo) behandle ich die Grobgliederung, also die verschiedenen Abschnitte und Kapitel einer medizinischen Doktorarbeit, sowie die Feingliederung. Die Feingliederung ist die Struktur innerhalb der Kapitel. Je feiner man gliedert, desto effektiver geht das anschließende Schreiben.
Im folgenden Video (dauert so 9 Minuten) erfahren Sie etwas zum Aufbau und zur Gliederung einer medizinischen Doktorarbeit. Den Text in Kurzfassung sehen Sie unten.
Grobgliederung der Doktorarbeit
Titelseiten
Wortlaut und Erscheinungsbild (Layout) werden exakt durch die Promotionsordnung Ihrer Universität vorgeschrieben. Viele Unis stellen ihren Promovierenden eine entsprechende Vorlage zur Verfügung.
Verzeichnisse
Zumindest das Inhaltsverzeichnis sollten Sie automatisiert und somit fehlerfrei erstellen. Benutzen Sie dazu bei Word die sogenannten Formatvorlagen.
Konsultieren Sie auch hier die Promotionsordnung, welche Verzeichnisse verlangt werden:
- Inhaltsverzeichnis
- Abbildungs- und Tabellenverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
Zusammenfassung
Die 1-seitige Zusammenfassung erscheint je nach Promotionsordnung vor oder nach dem eigentlichen Text. Wenn sie am Anfang steht, kann sie vor oder den Verzeichnissen stehen.
Text
Der Text gliedert sich nach der in der Wissenschaft üblichen IMRAD-Struktur (Introduction, Methods, Results, AND Discussion).

- Einleitung
- Material und Methoden (oder nur Methodik)
- Ergebnisse
- Diskussion
Variante Einleitung (nach Promotionsordnung)
Die Fragestellung (manchmal auch Problemstellung oder Zielsetzung genannt) kann Bestandteil der Einleitung sein. Sie kann aber auch ein eigenes Kapitel zwischen Einleitung und Methodik bekommen.
Variante Diskussion (nach Promotionsordnung)
Die abschließende Schlussfolgerung kann Bestandteil der Diskussion sein oder ein eigenes Kapitel nach der Diskussion bekommen.
Literaturverzeichnis
Erstellen Sie Ihr Literaturverzeichnis auf jeden Fall mithilfe einer Literaturverwaltungssoftware.
Anhang
Denken Sie hier an die Danksagung, die eidesstattliche Versicherung und ggf. an Ihren Lebenslauf.
Feingliederung
Abschnitte planen
Viel interessanter als die Grobgliederung ist die Feingliederung, der Aufbau innerhalb der Kapitel. Details hierzu finden Sie in meinem Buch oder Onlinekurs:
- Einleitung: bewegt sich vom Allgemeinen zum Speziellen; die Fragestellung sollte die logische Konsequenz der Einleitung sein.
- Methodik: nach sachlichen Kriterien geordnet, damit Leser bei Interesse sofort die richtige Methode finden.
- Ergebnisse: hier bietet sich oft eine chronologische Gliederung an.
- Diskussion: beginnt meist mit der Beantwortung der Fragestellung, dann folgt der Abgleich mit Literaturdaten, dann die methodische Selbstkritik und dann die Schlussfolgerung.
Tipps für die Gliederung
Fangen Sie zunächst mit den Überschriften für Kapitel und Abschnitte an, um das ganze Projekt zunächst in den Griff zu kriegen. Bevor Sie dann jedoch anfangen zu schreiben und einzelne Sätze zu formulieren, sollte Sie Ihren Text auf Absatzebene planen, denn Absätze sind sehr wichtige kommunikative Einheiten.
Häufige Fragen zur Gliederung
Jede medizinische Doktorarbeit besteht aus den Titelseiten, den Verzeichnissen, einer Zusammenfassung, den wissenschaftlichen Inhaltsseiten (Einleitung, Methodik, Ergebnisse, Diskussion), dem Literaturverzeichnis und ggf. einem Anhang.
Nein, je nach Promotionsordnung gibt es Unterschiede im Aufbau und bei der Namensgebung der Kapitel. Man sollte sich daher zu Beginn seines Schreibprojektes entsprechend informieren.
Bei einer zu groben Gliederung hat man nur eine ungefähre Ahnung, welche Informationen an welche Stelle gehören. Bei einer Feingliederung kann man einzelne Quellen oder Versuchsergebnisse einzelnen Gliederungspunkten konkret zuordnen. Das ist wichtig, um seine Argumentation zu planen und den Überblick zu behalten.
Nein, auf keinen Fall! Eine gute Gliederung zu erstellen, ist integraler Bestandteil des Schreibprozesses. Sie ist Ausgangspunkt für gezielte Literaturrecherchen und für das spätere Ausformulieren.
Ja. Denn mit einer detaillierten Gliederung, weiß man immer, was man als nächsten zu tun hat, an welchen Stellen vielleicht noch Quellen oder Informationen fehlen und welche Abschnitte bereits ausformuliert werden können. Man behält den Überblick und sieht seine Fortschritte. Das motiviert.
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