Dr. Stefan Lang am 12. September 2018

Das Komma im Wissenschaftsenglisch


Kategorie Scientific English

Wer ein biomedizinisches Paper schreiben und es in einem Fachjournal veröffentlichen möchte, hat auf eine Sache sicherlich keine Lust: Komma-Regeln zu pauken. Muss er oder sie auch nicht, denn die Sache mit dem Komma im Wissenschaftsenglisch ist eigentlich gar nicht so schlimm. Denn es gibt fünf einfache Regeln.

Sehen wir doch einmal das Komma als das an, was es ist – ein winziger Strich, der eine Menge leistet. Denn er hilft uns, den Sinn eines Satzes einfacher und schneller zu erfassen. Grund genug, nicht auf ihn zu verzichten. Aber auch Grund genug, das Komma im Wissenschaftsenglisch (Scientific English) eines Papers nicht wahllos, wie mit einem Salzstreuer, auf seinen Text zu verteilen.

Fünf klare Regeln für das Komma im Paper

Vielleicht gibt es für die englische Sprache noch mehr Komma-Regeln. Für das Wissenschaftsenglisch sind jedoch diese fünf Regeln besonders wichtig (mit Beispielen):

  1. Signale am Satzanfang brauchen ein Komma.
  2. Zwei unabhängige Sätze brauchen ein Komma.
  3. Ein Nebensatz, den man weglassen kann: Komma!
  4. Ein Nebensatz, der unbedingt notwendig ist? Komma verboten!
  5. Serial Comma – kein Muss, aber üblich im Wissenschaftsenglisch.

Regel 1: Signale am Satzanfang brauchen ein Komma

Das Komma im Wissenschaftsenglisch.

Im Wissenschaftsenglisch werden Sätze besonders leicht verstanden, wenn der Leser bereits am Satzanfang erfährt, in welchem Zusammenhang ein Satz mit den anderen Sätzen des Absatzes steht. Das erfährt der Leser durch „Signale“ am Satzanfang. Das können einfache Übergangswörter, Übergangsphrasen oder kurze, einleitende Nebensätze sein. Im Wissenschaftsenglisch (Paper, Review) werden solche Signale immer durch ein Komma vom Satz getrennt.

  • In addition, cells were incubated with increasing doses of …
  • However, this disease can also be transmitted by …
  • Although many cancers are initially responsive to chemotherapy, residual tumor cells …

Regel 2: Zwei unabhängige Sätze brauchen ein Komma.

Ein Satz ist unabhängig, wenn er auch ohne den anderen funktionieren würde. Manchmal werden im Paper solche unabhängigen Satze durch ein Verbindungswort verknüpft: and but, for, nor, or, yet. Dann braucht es im Wissenschaftsenglisch ein Komma.

  • Breath-holding during CT scan acquisition lowers the mean heart rate, but heart rate variability is the same when compared with normal breathing.

Regel 3: Ein Nebensatz, den man weglassen kann: Komma!

Wenn man einen Nebensatz streichen kann, ohne etwas am Sinn des Hauptsatzes zu ändern, braucht es ein Komma.

  • The chairman, who is one of the board members since 2001, opened the conference session.

Regel 4: Ein Nebensatz, der unbedingt notwendig ist? Komma verboten!

Im folgenden Satz wird der Begriff “subtype of diabetes“ durch einen Nebensatz eingeschränkt: Es geht nur um einen bestimmten Subtyp, der durch einen Enterovirus ausgelöst wird. Dies Erklärung ist für den Inhalt des Satzes unbedingt notwendig: kein Komma.

  • The subtype of diabetes that is triggered by an enterovirus is still …

Regel 5: Serial Comma – kein Muss, aber üblich im Wissenschaftsenglisch

Schreiben Sie in einem deutschen Satz eine Aufzählung, dann steht zwischen den beiden letzten Worten ein „und“ ohne Komma: „ … beinhaltet Nüchternglukose, Insulin und HbA1c.“ Nicht so im Wissenschaftsenglisch. Das „serial comma“ steht im Wissenschaftsenglisch vor dem „and“ einer Liste.

  • … includes fasting glucose, insulin, and HbA1c.

Fazit

Die Sache mit dem Komma im Scientific English … ist jetzt ein bisschen klarer? Dann steht Ihrer Veröffentlichung ja nun nichts mehr im Weg.

Fünf klare Regeln zur Benutzung des Kommas im Wissenschaftsenglisch.