Dr. Stefan Lang am 08. Mai 2017

Tortendiagramm in der medizinischen Doktorarbeit?


Kategorie Kampagne für Verständlichkeit

Tortendiagramme in einer medizinischen Doktorarbeit oder in einem Research Paper sind ein wenig aus der Mode gekommen. Zu Recht? Nicht unbedingt. Es gibt Daten, die sich so am besten darstellen lassen. Bei anderen Daten ist das Tortendiagramm ein No-Go. Hier finden Sie Regeln und Entscheidungshilfen.

Hier zunächst eine Übersicht, wann ein Tortendiagramm geeignet ist (yes) und wann nicht (no):

  • Yes: alle Verteilungsdaten, binäre Daten von Umfragen (kategorische, nominale Daten)
  • No: Numerische Daten wie z.B. ein Zeitverlauf (Liniendiagramm)
  • No: Negative Werte (Balken)
  • No: wenn Verteilungsdaten zu viele Kategorien haben (Balken, Tabelle)
  • No: Daten in logischer Reihenfolge wie z.B. Schulnoten (liegende Balken)

Tortendiagramm in Ordnung: bei nominalen Daten

Bei kategorischen bzw. nominalen Daten wie Geschlecht, Verteilung der Blutgruppen, Verteilung der Todesursachen, Ergebnissen von ja/nein-Umfragen oder anderen binären Daten ist ein Tortendiagramm meist eine gute Lösung für die medizinische Doktorarbeit.

In einer medizinischen Doktorarbeit bietet sich bei Verteilungsdaten das Tortendiagramm an.

Denn so sieht man auf einen Blick die Verteilung der Daten. Gerade auf einem wissenschaftlichen Poster oder auf einer Präsentationsfolie gewinnnen Leser und Leserin so einen schnellen Überblick.

Tortendiagramm: No-Go in folgenden Situationen

Zeitverlauf: Liniendiagramm besser

  • Einen Zeitverlauf oder andere numerischen Daten mit einem Tortendiagramm darstellen zu wollen, kann nicht gut gehen. Ein Liniendiagramm wäre die richtige Wahl.

Negative Werte: Balkendiagramm besser

  • Negative Werten kann ein Tortendiagramm nicht darstellen. Wenn der Hb1Ac-Wertes in den Gruppen 1, 3 und 4 ansteigt, aber in Gruppe 2 abnimmt, kann man das im Balkendiagramm besser darstellen.

Zu viele Kategorien: Balkendiagramm besser

  • Wenn Sie zwar kategorische oder nominale Daten haben, es aber einfach zu viele Kategorien sind, dann wird ein Tortendiagramm bald unübersichtlich – Balken wären dann eine Alternative.

Daten in logischer Reihenfolge: Liegende Balken besser

  • Wenn Sie diesen Blog bewerten und Schulnoten von 1 bis 6 vergeben, dann sind das sogenannte ordinale Daten. Diese Daten haben eine logische Reihenfolge, nämlich von 1 bis 6. Ein Tortendiagramm würde dem nicht gerecht werden.

Fazit

Ein Tortendiagramm bietet sich bei klassischen Verteilungsdaten an. Bei allen anderen Daten eher nicht.

Dr. Stefan Lang

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