Dr. Stefan Lang am 08. Mai 2017

Was? Ein Tortendiagramm in Paper oder Doktorarbeit?


Kategorie Kampagne für Verständlichkeit

Zugegeben – Tortendiagramme in einem Research Paper, in einer Doktorarbeit oder auch auf einem Poster sind ein wenig aus der Mode gekommen. Zu Recht? Nicht unbedingt. Es gibt Daten, die sich so am besten darstellen lassen. Bei anderen Daten ist das Tortendiagramm ein No-Go. Die Frage ist, bei welchen?

In Ordnung bei nominalen Daten

Wann kann ich in der Doktorarbeit ein Tortendiagramm verwenden?Ich beginne mit Situationen, in denen ein Tortendiagramm durchaus in Ordnung ist:

Etwa bei kategorischen bzw. nominalen Daten wie Geschlecht, Verteilung der Blutgruppen, Verteilung der Todesursachen, Ergebnissen von ja/nein-Umfragen oder anderen binären Daten.

Gerade auf einem wissenschaftlichen Poster oder auf einer Präsentationsfolie gewinnnen Leser und Leserin so einen schnellen Überblick.

Undenkbar ist ein Tortendiagramm jedoch bei…

  • numerischen Daten: Einen Zeitverlauf mit einem Tortendiagramm darstellen zu wollen, kann nicht gut gehen. Ein Liniendiagramm wäre die richtige Wahl.
  • …negativen Werten: Anstieg des Hb1Acv-Wertes bei Gruppen 1, 3 und 4, aber eine Abnahme bei Gruppe 2. Im Tortendiagramm käme die Message nicht rüber – im Balkendiagramm schon.
  • …ordinalen Daten: Wenn Sie diesen Blog bewerten und Schulnoten von 1 bis 6 vergeben, dann haben die Daten eine logische Reihenfolge, nämlich von 1 bis 6. Ein Tortendiagramm würde dem nicht gerecht werden.
  • … zu viele Kategorien, denn dann wird das Tortendiagramm irgendwann unübersichtlich – Balken wären dann besser.