Dr. Stefan Lang am 04. März 2026
Research Paper einreichen und publizieren: Der Weg ins Fachjournal
Ein Paper in einem Journal einzureichen und erfolgreich zu publizieren, scheitert nur selten an den Daten. Oft scheitert es bereits an einer fehlenden Publikationsstrategie, einem unpassenden Ziel-Journal oder an formalen Fehlern, die dazu führen, dass ein Paper abgelehnt wird, bevor es inhaltlich geprüft wird.
Man braucht also mehr als nur ein „fertig geschriebenes“ Manuskript: Entscheidend sind die richtige Journalwahl, eine saubere Vorbereitung und ein klar strukturierter Submission-Ablauf. Dieser Beitrag liefert dir einen praxisnahen Fahrplan von der Auswahl des passenden Fachjournals bis zur Submission und Publikation. Dazu gehört natürlich auch die leider allzu häufige Ablehnung des Papers durch die Reviewer (Rejection): Wie geht man damit um und wie geht es weiter?
Vor der Einreichung: Wahl des Journals entscheidet über Erfolg oder Ablehnung
Die Wahl des passenden Ziel-Journals ist der entscheidende Hebel, um mit seinem Paper unter optimalen Bedingungen in den Review- und Publikationsprozess einsteigen zu können. Startpunkt sollte immer ein gut definierter Pool an infrage kommenden Journals sein. Journal-Estimators helfen, Fachzeitschriften zu identifizieren, in denen thematisch-ähnliche Artikel bereits erschienen sind. Diese Liste solltest du dann auf PubMed-gelistete Journals reduzieren, um Predatory/Raubtier-Journale auszuschließen. Wenn du möchtest, kannst du dich an dieser Stelle auch für eine Open-Access- oder eine traditionelle Print-Publikation entscheiden.

Anschließend solltest du dir die Autorenhinweise des Journals ansehen, um auch die formalen Anforderungen des Journals bei deiner Entscheidung zu berücksichtigen. Die richtige Fachzeitschrift für einen wissenschaftlichen Artikel auszuwählen ist ein komplexer Entscheidungsprozess, der zusätzliche Parameter wie Impact-Faktor, Ablehnungsquote und Dauer des Review-Prozess berücksichtigen sollte.
Hast Du dich für ein Journal entschieden, solltest du dein Manuskript an das entsprechende Zielpublikum anpassen: Richtet sich das Journal an die breite Wissenschaftsgemeinde oder an hochspezialisierte Experten? Sind die Leser eher Grundlagenforscher oder Kliniker? Diese Unterscheidungen beeinflussen etwa Ton und Aufbau der Introduction. Je besser du dein Manuskript an das Zielpublikum anpasst, desto besser sind deine Publikationschancen.
Manuskript vorbereiten: publikationsfähig heißt nicht nur „fertig geschrieben“
Warum man das Publizieren bereits beim Schreiben berücksichtigen sollte
Wer wissenschaftlich publizieren möchte, sollte auch dies bedenken: Ein Manuskript wird nicht durch endlose Überarbeitungen „publikationsfähig“. Im Idealfall berücksichtigt man bereits beim Schreiben die Erwartungen der Reviewer und Herausgeber. Das geht gut, wenn du in definierten Schreibphasen arbeitest. Titel, Abstract und Aufbau entscheiden darüber, ob ein Paper überhaupt ernsthaft gelesen wird.
Publikationsorientiertes Schreiben bedeutet: Jedes Kapitel des Manuskripts erfüllt eine eindeutige Funktion: Der Titel sollte ankündigen, was genau untersucht wurde. Der Abstract bildet die komplette Studie komprimiert ab. Introduction, Methods, Results und Discussion folgen einer stringenten Logik – von der Relevanz des Themas über eine saubere Methodik und eindeutige Ergebnisse bis zu einer klaren Take-home-Message. Wer diese Struktur berücksichtigt, erhöht seine Chancen auf eine erfolgreiche Veröffentlichung deutlich (Mehr dazu findest du in diesem Artikel: Meinen ersten Fachartikel publizieren: Worauf muss ich achten?).
Welche Vorschriften sollte man beim wissenschaftlichen Publizieren unbedingt berücksichtigen?
Beim Publizieren entscheidet vor allem, aber nicht nur der wissenschaftliche Inhalt über den Erfolg deines Papers. Fast genauso wichtig ist es, die formalen Vorgaben des Journals konsequent einzuhalten. Herausgeber erwarten, dass ein Manuskript an jeder Stelle die Autorenhinweise des Journals befolgt. Das betrifft etwa den Word Count, den Aufbau des Papers und den Zitierstil. Wer solche Vorgaben ignoriert, signalisiert mangelnde Professionalität. Wer sich daran hält, punktet bei der Fachzeitschrift und ihren Gutachtern.
Zu den wichtigen Formalitäten gehört auch die sprachliche Konsistenz im Scientific English. Einige Journale verlangen eindeutig British English, andere American English. Daher ist es wichtig die Unterschiede zu kennen. Den Problemen deutscher Autorinnen und Autoren mit dem Wissenschaftsenglisch, habe ich einen eigenen Artikel gewidmet.
Wer darf mit aufs Paper? Regeln der Autorenschaft
Spätestens bei der Einreichung des Papers muss diese Frage beantwortet werden: Wer kommt mit aufs Paper? Eine wissenschaftliche Autorenschaft ist klar geregelt und kein Gefallen des Vorgesetzten. Wer an Planung und Durchführung der Studie beteiligt war, am Manuskript substanziell mitgearbeitet hat und der finalen Version zustimmt, erfüllt die international anerkannten Kriterien für eine Autorenschaft und sollte als Autor oder Autorin auf dem Paper stehen.
Paper einreichen: Ablauf der Submission

Wenn man ein Research Paper einreichen möchte, nutzt man in der Regel die Online-Submission-Systeme der Fachjournale. Hierzu musst du zunächst einen persönlichen Account anlegen und verschiedene Angaben machen. Anschließend lädst du das Manuskript sowie alle zugehörigen Dateien hoch (Abbildungen meist separat; Supplementary Material und Cover Letter in klar definierten Formaten). Übrigens gibt es auch für den Cover Letter einen typischen Aufbau, den man kennen sollte (genauso wie bei dem Anschreiben für eine Bewerbung). Wie dieser Aufbau aussieht, erfährst du hier: Cover Letter (mit Video).
Nach der Einreichung prüft das Büro des Editors in einem ersten Schritt, ob das Manuskript formal den Instructions to Authors entspricht und thematisch zum Journal passt. Werden grundlegende Vorgaben missachtet, endet der Prozess oft bereits hier mit einer direkten Ablehnung.
Besteht das Manuskript diese erste Hürde, startet der Peer-Review-Prozess. Unabhängige Gutachter bewerten Qualität, Originalität, Methodik und Aussagekraft der Daten. Am Ende stehen typischerweise vier Entscheidungen:
- accepted (sehr selten)
- accepted with minor revisions (Text- oder Klarstellungsänderungen)
- accepted with major revisions (umfangreiche Änderungen, inklusive zusätzlicher Experimente)
- rejected (häufig)
Bei beiden „accepted with“-Varianten erhalten die Autoren und Autorinnen die Möglichkeit zur gezielten Überarbeitung und erneuten Einreichung. Eine strukturierte, sachliche Überarbeitung und Re-Submission erhöht dabei die Chancen erheblich, den Publikationsprozess erfolgreich abzuschließen. Hierbei sendet man nicht nur das überarbeitete Manuskript an das Journal, sondern beantwortet in einem Point-to-Point-Reply alle Fragen und Kommentare der Gutachter.
Abgelehnt? Die Rejection gehört dazu – entscheidend ist der zweite Schritt
Häufige Ablehnungsgründe beim Veröffentlichen
Fast alle Forschenden, die ein Paper veröffentlichen möchten, müssen irgendwann diese Erfahrung machen: Eine Ablehnung gehört zum Publizieren. Die Ursachen können vielfältig sein: Manche liegen bereits in der Studienplanung oder Versuchsplanung und lassen sich auf fehlende Originalität, ungeeignete Methodik oder eine statistisch nicht belastbare Auswertung zurückführen.
Andere Gründe entstehen erst beim Schreiben und liegen an einer unklaren Argumentation, an sprachlichen Mängeln oder formalen Verstößen gegen die Autorenrichtlinien. In jedem Fall solltest du die Ablehnungsgründe genau analysieren, um es beim nächsten Mal besser zu machen. Denn die Kommentare der Gutachter und Gutachterinnen sind kein persönlicher Angriff, sondern eine kostenlose Schwachstellenanalyse.
Fehlen Experimente, musst du mit deinen Ko-Autoren entscheiden, ob es sich lohnt, diese nachzuholen. Haben Gutachter und Gutachterinnen dein Manuskript offensichtlich nicht richtig verstanden, solltest du Struktur und Logik intensiv überarbeiten. Eine kosmetische Verbesserung genügt nicht.
Re-Writing: Jetzt klappt es mit dem Veröffentlichen

Um ein Paper bei einem anderen Fachjournal erneut einzureichen, ist ein intensives Re-Writing nötig. Aufbau, Argumentation, Abbildungen – alles gehört auf den Prüfstand und sollte überarbeitet werden. Für dein Re-Writing solltest du bewusst ein neues Target-Journal auswählen, vielleicht eines mit einer etwas breiteren Ausrichtung. Setze alle Vorgaben der Autorenhinweise des neuen Journals (Rejection: Kann ich meinen abgelehnten Originalartikel doch noch publizieren?) akribisch um, und reiche dein Paper erneut ein. Oft klappt es im zweiten Anlauf, manchmal aber erst im dritten. Mehr erfährst du hier: Rejection: Kann ich meinen abgelehnten Originalartikel doch noch publizieren?
Fazit
Erfolgreiches Publizieren erfordert mehr als ein „fertiges Manuskript“ mit interessanten Inhalten: Die richtige Wahl des Journals, die akribische Befolgung der Autorenhinweise und Geduld beim Submission-Prozess sind auch wichtig. Entscheidend ist jedoch, dass Du dich von einer Rejection nicht entmutigen lässt, sondern das Feedback der Reviewer annimmst und in deine Arbeit einfließen lässt. Auf diese Weise wird dein Manuskript immer besser und du sammelst wichtige Erfahrungen, die dir bei allen folgenden Papern helfen werden.
FAQ zu Submission und Publikation
Häufige Ursachen sind ein unpassendes Ziel-Journal (Scope) oder missachtete Autorenrichtlinien. In solchen Fällen wird das Paper vom Editor direkt abgelehnt, bevor die Gutachter es überhaupt lesen.
Der Startpunkt ist ein definierter Pool an passenden Journals. Journal-Estimatoren helfen dabei, thematisch relevante Fachzeitschriften zu identifizieren. Anschließend sollte man diese Liste auf in PubMed gelistete Journals reduzieren, um Predatory Journals auszuschließen. Faktoren wie Impact Factor, Ablehnungsquote, Review-Dauer, Zielpublikum sowie Open-Access-Optionen spielen eine zentrale Rolle bei der finalen Auswahl.
Ein publikationsfähiges Manuskript ist publikationsorientiert aufgebaut: Titel und Abstract müssen überzeugen und die Struktur innerhalb der Introduction, Methods, Results und Discussion sollte logisch und stringent sein. Der Schreibstil sollte den wissenschaftlichen Gepflogenheiten und somit den Erwartungen der Reviewer entsprechen.
Die konsequente Einhaltung der „Instructions to Authors“ ist entscheidend. Dazu gehören Word Count, Struktur, Zitierstil und die korrekte Verwendung von British oder American English. Formale Fehler signalisieren mangelnde Professionalität und führen häufig zu einer schnellen Ablehnung.
Eine Ablehnung ist häufig und gehört zum Publikationsprozess. Du solltest die Gutachterkommentare systematisch analysieren, denn sie liefern dir eine kostenlose Schwachstellenanalyse. Für eine erneute Einreichung ist in der Regel ein umfassendes Überarbeiten des Papers nötig. Kosmetische Änderungen reichen nicht aus.