Dr. Stefan Lang am 03. März 2026

Small Words: kleine Worte im Wissenschaftsenglisch


Kategorie Scientific English

Manchmal kommt es eben doch auf Kleinigkeiten an: auf Satzzeichen, Artikel, Präpositionen oder andere small words, die den Sinn eines Satzes im Scientific English entscheidend prägen können.

Kommas im Scientific English

Wortwolke zu kleinen Worten, Zahlen und Zeichen im Wissenschaftsenglisch

Kommas sind im wissenschaftlichen Englisch klein, aber mächtig. Sie strukturieren komplexe Sätze, machen Argumentationen klar und verhindern Missverständnisse. In Research Papers werden sie gezielt eingesetzt: Einleitende Signalwörter wie However, Therefore, in contrast werden durch Komma vom Hauptsatz abgetrennt, zwei unabhängige Hauptsätze ebenfalls.

Nicht essentielle Nebensätze, die man auch weglassen könnte, werden durch Komma abgetrennt, essentielle Nebensätze hingegen nicht. Das Serial Comma (Oxford Comma) ist im wissenschaftlichen Englisch optional, aber üblich, da es Mehrdeutigkeiten bei Aufzählungen verhindert.

Ein korrekt gesetztes Komma kann den Sinn eines Satzes sofort verständlich machen, während ein falsch gesetztes Komma Missverständnisse erzeugt. Grund genug, das einmal genauer nachzulesen und sich an den fünf einfachen Regeln fürs Komma im Wissenschaftsenglisch zu orientieren.

Artikel richtig einsetzen

Unbestimmter Artikel: „a“ oder „an“

Der unbestimmte Artikel ist eine der klassischen Fehlerquellen beim wissenschaftlichen Englisch. Grundsätzlich wählt man für unspezifische Dinge oder Dinge, die Leser und Leserin noch unbekannt sind, den unbestimmten Artikel. Doch wann schreibt man „a“ und wann „an“? Beginnt das Wort mit einem Konsonantenlaut, schreibst du a (a patient, a study), beginnt es mit einem Vokallaut, nimmst du das an (an antibody, an increase).

Bei Abkürzungen muss man jedoch aufpassen: Maßgeblich ist die Aussprache des folgenden Wortes: An FDT vs. a FITC-labeled cell layer. Wer diese Regeln zu „a“ oder „an“ konsequent beachtet, vermeidet auffällige Fehler in wissenschaftlichen Texten auf Englisch.

Bestimmter Artikel: „the“

Der bestimmte Artikel „the“ signalisiert Spezifität. Du schreibst also the, wenn etwas eindeutig bekannt oder messbar ist, z. B.the dose was adjusted, the patient received treatment. Für allgemeine oder abstrakte Begriffe wird kein Artikel verwendet: survival is critical, precision is essential. Auch im Plural muss zwischen bekannten Gruppen und allgemeinen Aussagen unterschieden werden. Für bekannte Patientengruppen: the XY-treated patients. Für allgemeine oder universelle Konzepte: patients usually respond well.

Kleine Nuancen, aber doch ein Unterschied im Wissenschaftsenglisch

Doktorand der Medizin unterhält sich mit einem Engländer über kleine Worte im Wissenschaftsenglisch

Patients were diagnosed with XY oder XY was diagnosed in patients – beide Formulierung sind korrekt oder gebräuchlich, aber während die erste die Erkrankung betont (XY auf der stress position), stellt die zweite eher die Patienten in den Vordergrund (Wie schreibt man das im Paper: diagnosed in oder diagnosed with?).

Bei in vs. within ist der Unterschied noch subtiler. „In“ heißt einfach „innerhalb gewisser Grenzen“, wohingegen man mit within eher sagt „innerhalb bestimmter Grenzen und keinesfalls außerhalb“.

Weitere Small Words

Each – Adjektiv und Pronomen

Each wird im Wissenschaftsenglisch vielseitig eingesetzt. Als Adjektiv steht es vor einem Nomen und heißt einfach „Jeder“: each patient received one dose. Als Pronomen bedeuteteach, dass eine Gruppe von Personen, Faktoren, Molekülen usw. die gleiche Anzahl oder Charakteristika hatte (Fever and back-pain were the most common symptoms in 10% of patients each). Mehr Beispiele: Small Words beim wissenschaftlichen Schreiben auf Englisch: Each.

New vs. Novel

Novel signalisiert mehr als new: neu, interessant und ein bisschen ungewöhnlich. Manchmal wird novel in Abstracts und Titeln verwendet, um die Einzigartigkeit einer Studie hervorzuheben, manchmal ist es aber nur Marketing-Sprech.

Keine Probleme mit because

Manche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fragen sich, ob because am Satzanfang erlaubt ist. Ist es. Im modernen Scientific English ist dies längst Standard, da es manchmal notwendig ist, eine Erklärung dem folgenden Halbsatz voranzustellen. Because liefert die Ursache, bevor die Konsequenz folgt.

Lange Umschreibungen wie due to the fact that oder by reason of the fact that sind dagegen umständlich, unnötig und können den Lesefluss stören, da man hier vier Worte benötigt, wo es ein einzelnes wie because auch tut. Und bei since oder as als Alternative zu because könnte ein zeitlicher Zusammenhang vermutet werden, wenn eigentlich ein kausaler gemeint ist (As the physician infused the medication, the participant collapsed.).

Häufige Präpositionen

Im Wissenschaftsenglisch benötigen bestimmte Verben ganz bestimmte Präpositionen wie zum Beispiel in, to, with, on, from etc. Der Sinn ändert sich je nach Präposition gravierend. Diese sollte man im Manuskript nicht verwechseln.

Neben dem bekannten to result in / from gibt es das schöne Beispiel to differ from / in / with:

  • The verum group differed from the placebo group.
  • The verum group and the placebo group differed in the extent of their inflammatory responses.
  • The level of inflammatory response differed with age.

FAQ: Kleine Wörter im Wissenschaftsenglisch richtig einsetzen

Warum sind kleine Wörter im Scientific English so entscheidend für die Textqualität?

Kleine Wörter wie Artikel, Präpositionen oder Konjunktionen steuern den Fokus, die Logik und die Bedeutung eines Satzes. Ein falsch gesetztes Komma, ein unnötiger Artikel oder die falsche Präposition sind manchmal nicht nur falsch, sondern verändern auch die Aussage.

Welche Kommafehler kommen in wissenschaftlichen Texten am häufigsten vor?

Häufige Fehler sind fehlende Kommas nach einleitenden Signalwörtern (zum Beispiel however oder therefore), falsch abgetrennte essentielle Nebensätze und ein inkonsistenter Umgang mit dem Oxford-Komma.

Wann verwendet man im wissenschaftlichen Englisch „a“, „an“ oder gar keinen Artikel?

Der unbestimmte Artikel wird für unspezifische oder neu eingeführte Dinge oder Personen verwendet. Abhängig vom Laut, nicht vom Buchstaben, nimmt man „a“ oder „an“. Kein Artikel steht bei allgemeinen oder abstrakten Begriffen. Gerade diese Unterscheidung fällt Nicht-Muttersprachlern schwer.

Wann ist der bestimmte Artikel „the” im Research Paper notwendig?

„The” signalisiert, dass etwas eindeutig definiert, messbar oder bereits bekannt ist. Er wird für konkrete Größen, bestimmte Patientengruppen oder referenzierte Werte verwendet. Für allgemeine Aussagen oder universelle Konzepte wird er weggelassen.

Ist „Because“ am Satzanfang im Scientific English erlaubt?

Ja. Im modernen Wissenschaftsenglisch ist „because” am Satzanfang akzeptiert und oft sinnvoll. Es sorgt für Klarheit, indem Ursache und Wirkung eindeutig verknüpft werden. Umständliche Ersatzkonstruktionen gelten heute als unnötig.


Noch kleiner: Zahlen im Wissenschaftsenglisch

So viel gibt es garnicht zu beachten bei der Schreibweise von Zahlen in einem wissenschaftlichen Paper. Aber die wenigen Regeln sollte man einhalten. Zahlen mit Einheiten und % werden nie ausgeschrieben. Gleiches gilt für Zahlen, die größer/gleich 10 sind (die Einstelligen werden ausgeschrieben). Zahlen am Satzanfang sind unschön. Du kannst aber einfach „a total of“ davorsetzen. Weitere Vorschriften findest du hier: Keine schnelle Nummer mit den Zahlen.

Fazit

Small words und Zeichen sind im Wissenschaftsenglisch also keine Nebensache, sondern können einem Paper den richtigen Spin geben. Wer wissenschaftliche Texte auf Englisch schreiben möchte, sollte sich mit ihnen beschäftigen.

Eine kleine Maus symbolisiert die kleinen Worte im Wissenschaftsenglisch